Der petitionsausschuss schlägt online wieder hohe Wellen. Es geht gegen die Sperrung von Webseiten durch die Bundesregierung, steht doch zu befürchten, dass die Aktion den Opferschutz nur vorschiebt, um eine schleichende Zensur von Online-Inhalten anzusetzen. Schnell sind die Listen zu sperrender Seiten um “verfassungsfeindliche” und “jugendgefährdende” Inhalte ergänzt und da auch Seiten gesperrt werden, die auf gesperrte Seiten verlinken, dürfte in Jahresfrist eine Kettenreaktion das gesamte Internet sperren, wenn man nicht aufpasst.
Die mE empfehlenswerten Petitionen der Woche im Einzelnen:
Keine Webseiten-Sperrung
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
UNTERSCHREIBEN! JETZT!
BAFöG fürs Auslandssstudium
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Studienkredite – über KFW-Bank – auch beim Studium in einem Land der europäischen Union – z.B. Österreich, möglich sind.
Hier gibt es natürlich ein Standortproblem – die Bundesrepublik will die Akadmeikerauswanderung nicht fördern. Zumindest für Auslandsssemester sollte aber ein BAFöG-Bezug möglich sein.
Begrenzung der Inkassogebühren bei Kleinbeträgen
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Inkassogebühren bei offenstehenden Kleinstbeträgen per Gesetz zu begrenzen.
Hmm, ich hatte einmal aus einer rechnung von etwa 30 € durch Zahlungsversäumnisse eine Forderung von 120 € wachsen lassen. Sowas kann auch nicht im Sinne des zahlungsempfängers sein, der dadurch unverhältnismäßige Zahlungshindernisse (durch Steigerung des Betrags) aufbauen lässt.
Abwesenheitsrecht für Vergewaltigungsopfer bei Gerichtsverhandlungen
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Frauen (und Kinder), die vergewaltigt worden sind, nicht mehr gezwungen werden, bei einer Verhandlung wegen ihres Falles mit anwesend zu sein.
Bei allen Götzen, die müssen bei der verhandlung anwesend sein? Wer hat denn diese Regelung verbrochen?
Umzug der Bundesregieurng nach Berlin
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Ministerien alle von Bonn nach Berlin umziehen mögen.
Die 20 Millionen pro Jahr, die für die doppelte Hauptstadt anfallen, mögen Kleckerkram sein im Vergleich zum Staatshaushalt (und dem Geld, was man ausgibt, damit die Leute sich hübsche neue Autos kaufen können), aber es ist dennoch nicht wenig Geld, das man andernorts sinnvoller ausgeben kann.
Bonn ist eigenständig genug, um ohne die Relikte aus Hauptstadtzeit auszukommen.
Fortbildungspflicht für Kassenärzte
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle bundesweit tätige Kassenärzte ebenso jährliche Fortbildungsstunden zu absolvieren und diese nachzuweisen haben, wie diese bereits für Rettungsdienstpersonal vorgeschrieben ist. So wie für Rettungsdienstpersonal die jährliche MPG-Unterweisung vorgeschrieben ist, sollte es eine solche Vorschrift für Kassenärzte geben, sich im Bezug auf neue oder veränderte Krankheitsbilder fortzubilden.
In keinem anderen Berufsstand ist es so wichtig, immer auf dme aktuellen Stand der Forschung zu sein wie bei den Ärzten. Daher sollten jährliche Fortbildungen für jeden Arzt eine Selbstverständlichkeit sein.